Практикум (немецкий язык как второй иностранный) Для студентов факультета лингвистики



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Дата08.10.2012
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ТипПрактикум
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5. Familie und persönliche Beziehungen

Hausmann oder Macho?


Andreas Meister, 52, erzählt: Wenn eine Frau sagt, sie ist „von Beruf Hausfrau“, fragen die Leute sofort: Ach ja, und wann wollen Sie wieder arbeiten? Wenn ich aber sage, ich bin Hausmann, dann sind die Frauen begeistert, und die Männer fangen an, sich zu rechtfertigen, fragen mich aus über mein Leben, das ihnen sehr exotisch erscheint. Ich mache das seit 20 Jahren, fast ununterbrochen. Meine damalige Frau war Lehrerin, ich kaufmännischer Angestellter und unser Sohn ein Jahr alt. Ich kündigte. Mein Chef war dagegen: Er hat mir mehr Geld angeboten, und eine Tagesmutter wollte er uns auch besorgen. Dass ich mich gegen den Job und für ein Leben zu Hause entschied, konnte er überhaupt nicht verstehen. Jetzt bin ich zum zweiten Mal verheiratet und vor zwei Jahren noch einmal Vater geworden. Ich bin immer noch der einzige „hauptberufliche“ Vater weit und breit – ob beim Kinderarzt, auf dem Spielplatz oder vormittags im Supermarkt. Ich erwarte ja nicht, dass die Männer reihenweise kündigen. Aber zumindest ein halbes Jahr Erziehungsurlaub für den Mann muss doch in jeder Familie drin sein. Ich brauche die Berufstätigkeit nicht für mein Selbstwertgefühl. Ich koche gern, ich bin gern mit meinem Kind zusammen; ich lasse mich von der Hausarbeit aber auch nicht stressen. Wenn ich Lust habe, packe ich mir meinen Sohn und gehe drei Tage mit ihm auf Radtour. Und wenn wir mal länger im Zoo bleiben, steht eben kein warmes Essen auf dem Tisch, wenn meine Frau nach Hause kommt. Für sie ist das kein Thema. Hin und wieder verbringe ich allerdings auch mal ein Wochenende nur für mich allein. Ich liebe mein Kind, aber es tut einfach gut, ab und zu mal frei zu haben.

Hendryk Hansen, 37, Kaufmann: Sandra und ich, wir lernten uns in der Firma kennen. Als wir heirateten und Sandra schwanger wurde, fragte sie: „Wenn unser Kind da ist, darf ich dann zu Hause bleiben?“ – „Darfst du?! Du sollst sogar“, sagte ich. Meine Mutter war Ärztin und gab ihren Beruf auf, als ich und später meine Schwester auf die Welt kamen. Wir hatten eine schöne Kindheit, denn unsere Mutter war immer für uns da. Das möchte ich auch für meine Kinder. Zum Glück ist Sandra da ganz meiner Meinung. Natürlich müssen wir auf manches verzichten, wenn nur ich das Geld nach Hause bringe. Dafür habe ich den Luxus, abends eine ausgeruhte Familie vorzufinden und keine Hausarbeit machen zu müssen. Wenn es sein muss, spüle ich auch mal das Geschirr. So ein Macho bin ich auch wieder nicht, aber im Großen und Ganzen ist das jetzt Sandras Job.


Die andere Seite
Wie denken Eltern eigentlich über ihre Kinder?

Und was empfindet in solchen Momenten die Tochter oder der Sohn?


Anna, 17, bewundert an ihrer Mutter, dass diese gut Stress aushalten kann: Meine Eltern haben eine ganz gute Einstellung zum Weggehen. Natürlich will ich auch mal länger weg als bis um Mitternacht. Manche von meinen Freundinnen dürfen länger, andere müssen schon eher heim. Sonst lassen mir meine Eltern viel Freiraum – auch, weil sie selbst viel unterwegs sind. Sie können ja schlecht sagen: "Heute Nachmittag bleibst du daheim“, wenn sie dann nicht da sind.

Ich kann immer Freunde mit heimbringen, das ist kein Thema. Meine Eltern sind nicht so empfindlich, was die Lautstärke angeht. Meine Mutter ist sehr streng erzogen worden. Ich bewundere an ihr, dass sie anders geworden ist. Sie versteht sich gut mit meinen Freunden, das ist mir auch wichtig. Meine Mutter und ich erzählen uns ziemlich viel – von Papa oder ihren Kollegen oder von Problemen mit ihrem Chef. Meistens dann, wenn wir uns in der Küche was zum Abendessen machen. Wir bleiben dann in der Küche hocken und quatschen; mein Vater und mein Bruder essen im Wohnzimmer und schauen fern.

Meine Mutter ist eine dominante Persönlichkeit. Manchmal ist sie auch zu sehr Grundschullehrerin. Manche Sachen erklärt sie zehnmal, obwohl jeder sie schon beim ersten Mal verstanden hat. Sie lacht viel und gern. Am meisten bewundere ich an ihr, dass sie den ganzen Stress aushält: mit ihrer Arbeit und mit meinem Bruder, der mehr Unterstützung braucht als ich. In vielen Dingen bin ich wie meine Mutter. Wir sind beide selbstbewusst und dominant und haben bei Männern und Klamotten den gleichen Geschmack.

Ich habe ein ziemlich gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Ich habe sie beide gern. Manchmal, wenn ich mies gelaunt bin, lasse ich sie das vielleicht nicht genug spüren. Ich weiß nicht warum.

Angelika, 44, mein Motto ist: leben und leben lassen. Wenn ich an meine eigene Jugend denke, fällt es mir leichter, Anna Freiheiten zu geben. Außerdem habe ich mir sehr früh Gedanken über das Loslassen gemacht und beschlossen: Anna soll selbstständig werden. Sie ist eine Führungspersönlichkeit, hat viele Ideen und kann gut organisieren. Ich finde es toll, dass sie so reif ist. Ich kann Vertrauen zu ihr haben. Sicher, irgendeinen Bock baut jeder mal. Aber ich versuche das positiv zu sehen und mische mich nicht zu sehr ein.

Mein Mann und ich haben immer gesagt, wir wollen Raum für unsere Kinder schaffen. Einen Platz, wo sie sich aufhalten können und sich nicht ausgestoßen fühlen. Einen Kellerraum hatten wir schon immer. Jetzt haben wir das Garagendach ausgebaut. Ich bin überzeugt, wenn alle Jugendlichen einen solchen Platz hätten, gäbe es viel weniger Probleme mit Drogen und Kriminalität. Unsere Kinder durften schon immer jeden heimbringen, auch übernachten war kein Problem. Ich sage "Hallo“ und lasse sie dann allein. Das Gute ist, dass ich die meisten Freunde von Anna dadurch schon von Kindheit an kenne. Wenn ich nicht wüsste, mit wem sie sich trifft, wäre mir das nicht recht. Anna ist ein ähnlicher Typ wie ich. Vielleicht haben wir deshalb so ein gutes Verhältnis. Ich weiß von ihr nicht alles, aber das akzeptiere ich auch.

Vergessene Komponistinnen


Sie waren die Schwestern oder Frauen berühmter männlicher Komponisten. In den Familien aber gab es meist keinen Platz für eine professionelle Komponistin. „Die Musik wird für Felix vielleicht Beruf, während sie für dich stets nur Zierde, niemals Grundbasis deines Seins werden kann."  So schrieb Vater Abraham Mendelssohn-Bartholdy 1820 in einem Brief aus Paris an seine Tochter Fanny, die Schwester des berühmten Komponisten und Pianisten Felix Mendelssohn-Bartholdy. Heute noch zählen die Werke Felix Mendelssohn-Bartholdys zu den Klassikern. Die vier Jahre ältere Schwester, Fanny Mendelssohn, später Hensel, bekam die gleiche hervorragende musikalische Ausbildung wie Felix und besaß auch das gleiche kompositorische Talent. Felix aber konnte in der Öffentlichkeit sein Talent fördern, während Fannys fast 450 musikalische Werke in der Schublade liegen blieben. Die musikalische Begabung konnte für eine Frau des vorletzten Jahrhunderts kein Beruf und schon gar keine Karriere sein.  

Erst vor ungefähr 25 Jahren fingen im Rahmen der Frauenbewegung Musikerinnen an, sich für Komponistinnen früherer Zeiten zu interessieren. Bis dahin war eine Fanny Hensel, geborene Mendelssohn, unbekannt. Heute gilt Fanny Hensel als die größte Komponistin des vergangenen Jahrhunderts. Aber sie zählt immer noch nicht zum Standard-Repertoire und wird nicht in allen Musiklexika erwähnt.  

Auch heute noch ist es so, dass nur zwei Prozent der zeitgenössischen Komponisten Frauen sind. Musik-Professorinnen sind rar an deutschen Fachhochschulen, das Fach "Frauen und Musik" ist fast unbekannt in den Tempeln der klassischen Musik. Komponist und Dirigent: zwei Berufe, die noch heute fast ausschließlich männlich sind.

Was aber ist mit den vielen Frauen, deren Kreativität schon im Keim erstickt wurde, allein weil sie Frauen waren? Die Bach-Dynastie zum Beispiel. Warum hat Nannerl Mozart, Klaviervirtuosin und Wunderkind wie ihr Bruder Wolfgang Amadeus nicht komponiert? Der Vater hat sie nicht am Kompositionsunterricht teilnehmen lassen, auch Geigen- und Orgelunterricht, der für einen Berufsmusiker damals obligatorisch war, hat man ihr nicht gegeben. Auch wurde der Tochter später eine Karriere als Pianistin verboten – Nannerl musste heiraten. In der Regel  war die Karriere vieler begabter Komponistinnen mit der Ehe zu Ende.


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